Verdrängung lokaler Arten
"Durch die eingeführten Tier- und Pflanzenarten werden die einheimische Arten lokal verdrängt", erklärt Ingolf Kühn vom Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (UFZ) im Gespräch mit pressetext. So führen beispielsweise veränderte Stoffflüsse zu einer höheren Stickstoffanreicherung und damit zu einer anderen Zusammensetzung der Pflanzenarten. Dabei wird eine Pflanze meist dominant. Bei den Tieren sind es vor allem der Mink und die Flusskrebse aus Nordamerika oder die Zebramuscheln, die einheimische Tierarten verdrängen. Es gibt aber Gebiete, wo die Auswirkung stärker ist, als in anderen, so Kühn.
Risenbärenklau für Menschen gefährlich So stellt der Riesenbärenklau eine Gesundheitsgefährdung für den Menschen dar. Er enthält eine chemische Substanz in den Blätterhaaren, die bei Kontakt auf der menschlichen Haut in Verbindung mit Sonnenlicht Verbrennungen auslöst. Die Ambrosie ist ursprünglich in den USA und Kanada heimisch. Durch den Flug- und Schiffsverkehr, aber auch mit Saatgut und Getreide wurde sie nach Ungarn, Polen, Südfrankreich, der Slowakei und Tschechien eingeschleppt. Über Österreich gelangt sie nun nach Süddeutschland und breitet sich weiter aus. Sie hat ein extrem hohes Allergiepotenzial und blüht sehr spät, erst im August. Damit verschiebe sich die Allergikerzeit noch einmal um vier Wochen nach hinten, erläutert Kühn.
Ein Zehntel der Bio-Invasoren überlebt Lediglich ein Zehntel aller zugewanderten Arten überlebt in ihrem neuen Siedlungsgebiet. Davon bringt ein Zehntel das Ökosystem aus dem Gleichgewicht und verursacht massive Schäden. Ein Beispiel für importierte Pflanzen ist die Mahonie aus dem Nordwesten der USA. Wegen seiner Farbenpracht wurde der immergrüne Strauch schnell bei den Gärtnern in Europa beliebt. Doch inzwischen beschränkt sich die Pflanze schon lange nicht mehr nur auf die Gärten, denn Vögel verbreiten den Samen. Dadurch dominiert der Zierstrauch in einigen Teilen Ostdeutschlands bereits die Bodenregion ganzer Wälder und verdrängt dort die einheimischen Beerensträucher. |