WWF-Fischführer: Fisch genießen, Meere schonen

02.11.2006 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Verbraucher sollten beim Fischkauf auf die Herkunft und die Art des Fisches achten. Eine gute Wahl sind Hering, Forelle oder Seelachs. Dagegen sollte man auf Rotbarsch, Seezunge oder Scholle lieber verzichten. Dies geht aus dem neuen WWF-Fischführer hervor, den die Umweltstiftung veröffentlichte.

Darin beurteilt der WWF 40 handelsübliche Fischarten nach ökologischen Kriterien wie Bestandsentwicklung und Fangmethoden. 12 Arten gelten demnach als gute Wahl, 13 als bedenklich, 15 fallen in die Kategorie bedroht.

Handliche Einkaufshilfe für Verbraucher

Mit der handlichen Einkaufshilfe für die Brieftasche gibt der WWF den Kunden eine schnelle Orientierungshilfe für den Kauf oder Verzehr von Fisch im Supermarkt, im Fachhandel oder im Restaurant an die Hand. "Fisch ist ein gesundes und beliebtes Lebensmittel. Doch leider hinterlassen manche Fangtechniken eine Spur der Verwüstung im Meer. Wegen der massiven Plünderung der Ozeane hat es für viele Fischarten längst fünf vor zwölf geschlagen", so WWF-Meeresbiologin Heike Vesper.

Drei Viertel der wichtigen Fischbestände gelten als bedroht 

Drei Viertel aller wirtschaftlich genutzten Bestände gelten als zu stark oder bis an ihre Grenzen befischt. "Die Verbraucher sind das Zünglein an der Waage. Wer auf nachhaltig gefangenen Fisch setzt, trägt dazu bei, dass wir auch morgen noch Fisch genießen können."

Hering, Seelachs und Forelle können bei Beachtung der Herkunft gekauft werden

Ein Deutscher konsumiert im Jahr durchschnittlich 14,8 Kilogramm Fisch. Von den 10 beliebtesten deutschen Speisefischen können laut WWF nur drei - Hering, Seeleachs und Forelle - bedenkenlos gekauft werden. Bei vielen Fischen komme es auf die Herkunft an. So sei beispielsweise der beliebteste Fisch der Deutschen, der Alaska-Seelachs, nur mit dem blauen Ökosiegel des Marine Stewardship Council (MSC) akzeptabel. Beim Kabeljau seien drei der fünf Bestände im Nordostatlantik massiv überfischt. Hingegen sei isländischer Kabeljau eine gute Alternative. Da der Verbraucher derzeit aber nicht erkennen könne, woher der jeweilige Fisch stamme, rät der WWF generell von Kabeljau ab.

Marine Stewardship Council-Siegel soll Wahl vereinfachen

 "Verbraucher sind auf der sicheren Seite, wenn Sie Meeresprodukte mit dem blauen MSC-Siegel bevorzugen", betont Vesper. Der MSC garantiert eine nachhaltige Fischerei. Das heißt, es werden nicht mehr Fische gefangen, als nachwachsen. Auch die Zerstörung der Meeresumwelt wird minimiert. Deutsche Verbraucher können derzeit neben Alaska-Seelachs auch Alaska-Wildlachs, Hering aus dem Nordostatlantik und südafrikanischen Seelachs mit dem MSC-Siegel kaufen. Auch Fisch aus Bio-Zucht ist laut WWF eine naturverträgliche Alternative.

Abraten von Scholle & Co.

Dagegen rät der WWF vom Kauf zahlreicher beliebter Speisefische ab. Beim Fang von Scholle und Seezunge im Nordostatlantik werde der Meeresboden regelrecht umgepflügt, bis zu 80 Prozent der Tiere im Netz werde wie nutzloser Müll einfach über Bord geworfen. Schillerlocken stammen vom Dornhai, der immer noch gefangen wird, obwohl er auf der Roten Liste der bedrohten Art steht. Der Rotbarsch sei massiv überfischt "Nur wenn wir diesen Fischarten eine Erholungspause gönnen und schonende Fangmethoden entwickeln, werden wir sie auch in Zukunft genießen können", erläutert Vesper. Der WWF hatte kürzlich eine Studie zu den ökologischen und sozialen Hintergründen beliebter Fischgerichte veröffentlicht.

Die Empfehlungen des WWF-Fischführers basieren auf Untersuchungen aus den Jahren 2005/2006. Dabei wurden biologische Charakteristika der Arten, Umwelteffekte der jeweiligen Fischerei und das Fischereimanagement bewertet. Der Fischführer wird vom Bundesumweltministerium (BMU) gefördert.

Weitere Informationen:
Fisch-Führer des WWF
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