Kardinal Schönborn widerspricht Papst Benedikt - Keine friedliche Atomenergienutzung

10.08.2007 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Eine Woche nach Papst Benedikts Plädoyer für die Kernkraft warnt der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn vor einem neuen Aufschwung der Atomindustrie.

Kardinal Schönborn anlässlich des Hiroshima-Gedenktages am 6. August: Keine friedliche Nutzung von Atomenergie

Atomkraft oder Windkraft?
Bildcollage: Atomkraft oder Erneuerbare Energien?

Papst Benedikt XVI. hatte Ende Juli für die Förderung der Atomenergie plädiert.

Der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn warnte am Jahrestag des ersten Atombombenabwurfes: „Unter dem Vorwand der ´friedlichen Nutzung´ erlebt die Atomindustrie einen neuen Aufschwung und birgt damit auch vielfache Verlockungen und Möglichkeiten für militärische Zwecke".

Atomare Bedrohung ist nicht geringer geworden 

Er weist darauf hin, dass die atomare Bedrohung seither nicht geringer geworden sei und rief dazu auf, „gegen den Rüstungswahn und für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung" einzutreten.“

Und weiter: Die Atombombenabwürfe über Hiroshima am 6. August 1945 und Nagasaki drei Tage später „bleiben für immer Zäsuren des Schreckens der Menschheitsgeschichte".

Papst Benedikt hatte vor einer Woche gemeint, dass „der Einsatz gegen Atomwaffen immer dringender notwendig wird.“

Gibt es die friedliche Nutzung von Atomenergie wirklich?

Stattdessen müsse man die friedliche und sichere Nutzung der Atomenergie fördern, allerdings in umweltfreundlicher Weise und unter Berücksichtigung der Interessen der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppen.

Kardinal Schönborn war Student beim damaligen Kardinal Ratzinger und ist ihm seither auch persönlich freundschaftlich verbunden.

Quelle: Neues Volksblatt

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Manne, 10.08.2007 16:01:37
Dann ist Benedikt XVI ja ein Atompapst, wenn er für die Kernkraft ist.
coco, 10.08.2007 16:58:46
Bemerkenswert mutig und wichtig, der Widerspruch von Kardinal Schönborn! Eine friedliche Nutzung von Atomenergie wird niemals möglich sein, so wenig wie wir ohne jeglichen Terror leben können. Schon die Entsorgungsprobleme reichen für die Ewigkeit. Der Job des Papstes ist, FÜR den Erhalt der Schöpfung einzutreten, Atomenergie kann bei dem kleinsten Fehler Vernichtung bedeuten - für jegliche Lebensform auf der
Erde.
Sein Theologiestudium enthielt sicher keinen Spezialkurs über Atomkraft. Eine so bedeutende/mächtige Person sollte nicht öffentlich Partei ergreifen für Dinge, von denen sie nichts versteht. Das führt nur zu noch mehr Unheil als wir ohnehin schon haben!
Quidel, 10.08.2007 20:02:58
Ich bin ziemlich erschuettert dass ein Papst, der verbindend und friedlich zwischen Voelkern bemitteln sollte, sich auf die Seite der Atomlobby stelt und,wenn auch friedsame, doch fuer weitere Entwickelung von Atomkraft spricht. Es gibt nicht so etwas wie nur friedsame Amtomentwickelung. Irgentwann und irgentwo wird diese Entwickelung misbraucht und zwar immer im Namen des Friedens. Wohin das gefuehrt hat wissen wir Alle nur zu gut.
KutschenGroom, 24.09.2007 03:36:07
Wenn ich den Artikel http://www.energiekrise.de/news/gazette/gazette.html#uranpreise genau interpretiere, war die Abrüstung der AtomRaketen wichtig, daß in den letzten Jahrzehnten überhaupt genügen Uran zum Betreiben der AKW vorhanden war. Und für neue AKW wird es nicht genügend neues Uran geben. Also sollte Herr Papst eher sich mit EnergieFormen beschäftigen, die sich in kleinen sozialen Einheiten und autonom (PflanzenÖl + BHKW) erwirtschaften lassen, für seine größte FanGemeinde in der 3ten Welt.

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