|
CDU/CSU setzt sich bei Gentechnik durch
07.11.2005 - Quelle/Text: Greenpeace Deutschland
Die zukünftigen Koalitionsparteien haben sich am Freitag in Berlin auf eine
Neuausrichtung in der grünen Gentechnik geeinigt. Bauern, die Gen-Pflanzen anbauen, sollen für die Verunreinigung von Nachbarfeldern nur noch haften, wenn ihnen ein persönliches Verschulden nachgewiesen werden kann.
|
|
In allen anderen Fällen soll ein Haftungsfonds den Schaden regeln. Henning Strodthoff, Gentechnikexperte bei Greenpeace, kommentiert den Beschluss der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft:
"Der Beschluss der Koalitionsarbeitsgruppe ist leider ein wichtiger Punktsieg für die Gentechnik-Lobby. Er gefährdet die Zukunft der gentechnikfreien Landwirtschaft in Deutschland, weil er Gen-Bauern unverhältnismäßig schützt. Wenn künftig nicht mehr die Gen-Bauern, sondern ein Fonds für Schäden haftet, werden Gen-Bauern faktisch aus der Verantwortung für den Schutz benachbarter Flächen entlassen. Sie bekommen einen Freibrief für den Anbau von Gen-Pflanzen.
In den meisten Fällen wird man nicht nachweisen können, von welchem Feld beispielsweise eine Verunreinigung durch Gen-Mais herrührt, der Verursacher bleibt im Dunkeln. Bisher muss ein Gen-Bauer damit rechnen, für Schäden persönlich zu haften, und wird entsprechend vorsichtig sein. Künftig würde er keine Haftung mehr übernehmen. Mit dem Vorschlag der Koalitionäre würde der Anbau von Gen-Mais in Deutschland gefördert. Die gentechnikfreie Landwirtschaft und damit auch die Wahlfreiheit der Verbraucher hätten das Nachsehen." |