Forenbeitrag:

Artenschutz
Alleefällung vorerst gerichtlich gestoppt!
28.01.2007 01:11:32 von Andreas_Steiner

Im Streit um die Allee Rüdnitz-Danewitz-L29 gibt es seit August 2006 ein hin und her, ja ein Tauziehen zwischen dem Landkreis Barnim und den Naturschützern der “Initiative zur Rettung der Allee”. Der Landkreis will unbedingt sein wahnwitziges Straßenbauprojekt rigoros durchsetzen, die Bürgerinitiative möchte eine ökologisch und ökonomisch vernünftige Lösung: Eine Straßenerneuerung bei Erhalt der über 700 alten Alleebäume. Hier die Infos über die neuesten Entwicklungen im Gerichtsstreit:

Die vom Landkreis Barnim geplante Rodung der Allee Rüdnitz-Danewitz-L29 wurde am 22.01.07 vorerst gestoppt. Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) folgte damit einem Antrag von GRÜNEr LIGA Brandenburg und dem BUND Brandenburg auf verbeugenden Rechtsschutz. Zur Begründung hieß es, dass für eine naturschutzrechtliche Befreiung das Landesumweltamt zuständig ist. Diese lag jedoch nicht vor. Der Landkreis Barnim habe nicht über die Fällung der Allee entscheiden dürfen.

Laut Bundesnaturschutzgesetz sind ganzjährig genutzte Nisthöhlen besonders geschützt. Das treffe auch auf die Allee Rüdnitz-Danewitz-L29 zu, wo Kohl- und Blaumeisen sowie Stare leben. Deshalb muss das Landesumweltamt entscheiden. Gegen die Entscheidung kann der Landkreis Barnim innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim zuständigen Oberverwaltungsgericht Berlin- Brandenburg einlegen.
Darüber hinaus wiesen zwei renommierte Flechtenforscher vor einigen Tagen in der Allee über ein halbes Duzend geschützter Flechtenarten, darunter sogar eine Bartflechte, nach. Schon aus diesem Grund würde die Zuständigkeit über das Schicksal der Allee beim Landesumweltamt liegen. Denn die kreisliche Untere Naturschutzbehörde hat über Bundesnaturschutzgesetze (Artenschutz) nicht zu befinden. Diese Kartierungsergebnisse liegen dem LUA demnächst vor.

Die Kreisverwaltung Barnim wollte sich zum Urteil und weiterem Vorgehen noch nicht äußern, sondern zunächst die schriftliche Entscheidung und Begründung abwarten.
Der Landkreis Barnim wird nun, neben der Beschwerde, auch die Möglichkeit haben, seine Entscheidung zurückzuziehen und einen neuen Antrag auf Fällung der Allee beim Landesumweltamt zu stellen. In diesem Falle würde wieder das vorgeschriebene Verfahren beginnen, an dem die Naturschutzverbände zu beteiligen sind. Dies könnte dann bis zum Herbst dauern.

Das Landesumweltamt hatte bereits einmal eine Fällung der mehr als 700 Bäume abgelehnt. Es ist aber vom Umweltminister Woidke nach einem Widerspruch kurioserweise für nicht zuständig erklärt worden. In diesem Zuge wurde das Verfahren an den Landkreis Barnim zurückverwiesen.

Nicht nur diese Angelegenheit bezüglich der Zuständigkeiten, sondern auch viele andere Ungereimtheiten, z.B. in der Fördermittelzuweisung, müssen jetzt durchleuchtet werden. Wenn hier etwas unrechtmäßig gelaufen sein sollte, dann müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

So läuft derzeit eine Überprüfung der Fördermittelstruktur bei der europäischen Kommission durch die grüne Europaabgeordnete Elisabeth Schroedter:
http://www.elisabeth-schroedter.de/presse_service/pm-07-01-24.htm

Dr. Andreas Steiner (SPD)
Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft, Umweltschutz und Abfallwirtschaft (A5) des Kreistages Barnim

Quelle: www.spd-finow.de

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Baumgeist, 11.02.2007 15:59:38
Kommentar zum Artikel von: Andreas_Steiner, 28.01.2007 01:11:32
Guten Tag,

Inzwischen hat der Landkreis Barnim im "Alleenstreit" gegen den Gerichtsentscheid des Verwaltunsggerichtes Frankfurt/Oder Beschwerde eingelegt.
Ob über diese allerdings vor Beginn der Vegitationsphase (15.03.2007)entscheiden wird und die Beschwerde überhaupt Erfolg haben kann ist aber recht fraglich.
Es wird also erneut einiges vom Landesumweltamt abhängen.
Dort hatte man die Fällung der ca. 700 Alleebäume bereits einmal fachlich begründet abgelehnt.
Allerdings kam es, augenscheinlich auf ministerialen Druck, zu einem Rückzug aus der Entscheidungsverantwortung.
Zusätzlich erteilte das LUA formal sein Einvernehmen zu dem vom Kreis geplanten Fällungen.
In Betrachtung dieser Hintergründe , sollte der klageführende Naturschutzverband auf weietre juristische auseinandersetzungen vorbereitet sein.

Ich möchte in diesem Zusammenhang nochmals besonders auf den laufenden Spendenaufruf hinweisen, der z.B. unter folgendem Link einzusehen ist
http://www.gruene-niederbarnim.de/Spendenaufruf.26136.0.html

Aktuelle Infos zum "Kampf um die Rüdnitz-Allee" erhalten Sie auf folgenden Websites:
www.gruene-niederbarnim.de
www.bar-blog.de
www.spd-finow.de

An dieser Stelle sei betont, dass die Initiative für den Erhalt der Rüdnitzer Allee für einen bedarfsangepassten baumerhaltenden Straßenbau eintritt, die Fahrbahnerneuerung in Rüdnitz also nicht verhindern will.
Bereits im November 2006 wurde der Kreisverwaltung ein entsprechendes Fachgutachten übergeben, dass diese lleider schnell und oberflächlich abqualifizierte und in der Schublade versenkte.
Interessierte können das Gutachten des Planungsbüros Dr.-Ing. Ditmar Hunger unter folgendem Link einsehen:
http://www.gruene-niederbarnim.de/strassenplanerisches-Gutachten.26817.0.html


Den aktuellenPressespiegel zum Thema "Ründitz-Allee" mit inzwischen über 220 verschiedenen Beiträgen erreichen sie unter:
www.gruene-niederbarnim.de/Pressespiegel-Allee-Ruednitz.25015.0.html

Mit bestem Dank für Ihr Interesse

Stefan Stahlbaum

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