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Klima


Mehr Schaden als Nutzen durch „Biosprit“
14.02.2008 13:52:14 von Dietrich_Stahlbaum

Was Ökologen seit langem sagen und schreiben, wird nun durch drei neue Studien bestätigt: Der so genannte Biosprit aus Getreide, Mais, Raps und Palmöl ist ökologisch ein Flop. Veröffentlicht sind diese Studien in den Journalen Science und Atmospheric Chemistry and Physics.

Nach einer (allen Redaktionen zugänglichen) dpa-Meldung kann »die Produktion von Biosprit den Klimawandel in vielen Fällen drastisch beschleunigen. Allein durch das Anpflanzen von Mais, Raps oder Palmöl entstehen oft mehr Treibhausgase als durch die daraus gewonnenen Biokraftstoffe eingespart werden. (…)
Für Biosprit wird Tropenwald zerstört und in Agrarland umgewandelt. Zudem setzt Dünger, so der Chemie-Nobelpreisträgers Paul Crutzen, wesentlich mehr klimaschädliches Lachgas frei als bislang gedacht. Lediglich Kraftstoffe aus Abfällen in Land- und Forstwirtschaft oder aus Gräsern mit weniger Düngereinsatz wiesen eine gute Klimabilanz auf.
Durch Brandrodung in Indonesien entstehe mehr als 400 Mal so viel CO2 wie mit Hilfe von Palmöl auf derselben Fläche gespart werden könne, berichtet Hauptautor Joe Fargione von der Umweltorganisation The Nature Conservancy in Science. Regenwald, der in Soja-Plantagen umgewandelt wird, setze 300 Mal mehr CO2 frei als der Biosprit pro Jahr spare.

Nach Angaben von Crutzen gibt der benötigte Dünger drei- bis fünfmal mehr Lachgas ab als der Weltklimarat bislang angenommen hat. Biodiesel aus Raps sei schon aus diesem Grund ein bis 1,7 Mal klimaschädlicher als normaler Treibstoff, Bioethanol aus Mais bis zu 1,5 Mal. (…)«

[Quelle: Frankfurter Rundschau vom 8. Februar d. J.]

Erwähnt werden sollte auch der Einsatz von Pestiziden beim Anbau von Raps, Mais und Getreide, von Antibiotika bei der Massentierhaltung (sie landen, da nicht abbaubar, in der Gülle, dann im Boden, im Wasser...) und teilweise von genmanipulierten Saaten. dst.

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Laura, 19.02.2008 16:54:14
Kommentar zum Artikel von: Dietrich_Stahlbaum, 14.02.2008 13:52:14
Dem Artikel ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Wieder einmal hat sich gezeigt, daß eine im Ansatz gute Sache durch die fatale Subventionspolitik aus dem Ruder läuft. Dazu paßt, daß die 1988 von der EU eingeführte Flächenstilllegungen jetzt ausgesetzt, wenn nicht sogar ganz abgeschafft werden und so die auf der Brache entstandenen wertvollen Biotope wieder intensiv genutzt werden und als wertvolle ökologische Rückzugsgebiete wieder verschwinden. Für den Deutschen Bauernverband ist der Beschluß der EU-Agrarminister allerdings ein "richtiger Schritt" - die Flächenstilllegung sei nicht mehr zeitgemäß ...

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