Wie zuverlässig sind bisherige Annahmen über Auswirkungen zunehmender CO2-Konzentration in der Atmosphäre?
Aquarienbesitzer kennen das: Mit CO2-Düngung wird das Wachstum der Bepflanzung gefördert und diese Bepflanzung sorgt ihrerseits dafür, dass die Wasserqualität verbessert wird. Einige Wissenschaftler vermuten bisher, die zunehmende CO2-Konzentration in unserer Atmosphäre könnte einen ähnlichen Effekt hervorrufen: Die derart gedüngten Wälder auf unserem Planeten würden schneller wachsen, damit mehr Treibhausgase aufnehmen und so zu einem „natürlichen Gleichgewicht“ beitragen. Experiment zeigt, die Zusammenhänge sind komplexer, als bisher angenommen Seit 1931 bewirtschaftet die Duke University, Durham (North Carolina), einen fast 3.000 km² großen Wald, den Duke Forest. Vor zehn Jahren begann dort das Nicholas Institute für Umweltwissenschaften der Universität mit einem Langzeitexperiment. Mehrere Kieferforste wurden durch Begasung einer erhöhten CO2-Konzentration ausgesetzt und unterschiedlich bewässert. Die Ergebnisse sind eindrucksvoll: Nur auf den gut bewässerten Teilflächen wuchsen die Bäume tatsächlich schneller. Auf den anderen Versuchsflächen war die Wachstumszunahme durch CO2-Begasung unerheblich. Durch Klimawandel verursachte Trockenheit bremst Wachstum der Wälder Die weltweit zunehmende Klimaerwärmung führt nach den meisten bisher bekannten Annahmen zu Wassermangel in zahlreichen Gebieten. Damit wird aber auch ein stärkeres Wachstum der Wälder in diesen Gebieten verhindert – es kommt zu keiner ausgleichenden erhöhten Treibhausgasaufnahme durch diese Wälder. Für viele Gegenden auf unserem Planeten, beispielsweise für Teile Amazoniens oder auch den Mittelmeerraum, könnte stark zunehmende Versteppung die Folge sein. Wir haben offenbar keine Alternativen zur sofortigen und drastischen Begrenzung unserer Emissionen von Treibhausgasen. |