Zu warm, zu wenig Niederschläge
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| © Prof. Dr. Heinz Slupetzky |
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Gletschervermessung durch 'Gletscherknechte'
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Eine der auffälligsten Erscheinungen im Gletscherhaushaltsjahr 2006/2007 war die ununterbrochene Reihe von zwölf Monaten (September 2006 bis August 2007), in denen die Monatsmittelwerte der Temperatur durchgehend über dem 30-jährigen Mittelwert lagen. Der Winter 2006/2007 war mit einer Abweichung von +3,2° C ungewöhnlich warm. Im Zentralalpenraum und südlich des Alpenhauptkammes war der Winter deutlich zu trocken und schneearm. Beispielsweise lag im April 2007 das Temperaturmittel im gesamten Ostalpenbereich um 5,5° C und im westlichen Ostalpenbereich sogar um 6,2° C über den Normalwerten, während die Niederschläge nur 10 % der normalen Mengen erreichte. All das führte zu früher Ausaperung und Abschmelzung und setzte besonders den tieferen Zungenlagen arg zu. Alle Gletscherenden sind zurückgeschmolzen „Für das Haushaltsjahr 2006/07 registrierten die ,Gletscherknechte’ bei ihren Messungen ungewöhnlich gletscherabträgliche Ergebnisse - und das unter zunehmend schwierigeren Bedingungen - die nahe an das Extremjahr 2002/03 herankommen“, sagt der Leiter des Alpenverein-Gletschermessdienstes Univ.-Prof. Dr. Gernot Patzelt. Derzeit sind im Messnetz der Gletschermesser 103 Gletscher verzeichnet. Von 93 liegen konkrete Ergebnisse vor. Alle vermessenen Gletscherenden sind zurückgeschmolzen. „Das war zuletzt im Jahr 2003 und vorher im Jahr 1998 der Fall“, erklärt Patzelt das außergewöhnliche Ergebnis. 8 Gletscher sind mehr als 40 m ( 6 davon in den Ötztaler Alpen) und weitere 15 (davon 8 in den Ötztaler Alpen) über 30 m zurückgeschmolzen. Seit mehreren Jahrzehnten beobachtet Prof. Dr. Heinz Slupetzky von der Universität Salzburg beispielsweise den Sonnblick: Das Sonnblickkees hat 2,9 Millionen m³ an Masse verloren - das ist der drittgrößte Wert seit 1960. Auch in der Vergangenheit gab es Klimaerwärmungen An Gletscherrändern werden immer wieder Holzreste freigelegt bzw. ausgespült. „Sie deuten darauf hin, dass es in den letzten 10.000 Jahren häufig wärmer als heute gewesen ist“, erläutert der Gletscherexperte Patzelt.
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