Katastrophengebiet soll ein Naturschutzgebiet mit artenreichem Tierbestand geworden sein
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Unglücksreaktor Tschernobyl
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Per Verordnung erklärte der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko unlängst die Sperrzone um das berüchtigte Atomkraftwerk zum zoologischen Naturschutzgebiet. Die einmalige Waldflora des nunmehrigen Schutzgebietes beheimate eines der größten Wildfauna-Reservate des Landes. Auch das Tschernobyl-Forum der UNO und verschiedene Medien berichteten in jüngster Vergangenheit, die „Todeszone“ um das Kernkraftwerk habe sich zu einem lebendigen Ökosystem mit einer Vielzahl von Spezies entwickelt. Auswirkungen der Strahlenbelastung auf die Natur sind schlimmer als bisher angenommen Seit mehr als sechs Jahren erforschen Anders P. Mølller von der französischen Université Pierre et Marie Curie und Tim A. Mousseau von der amerikanischen University of South Carolina Vogelbestände in der Sperrzone. In den Biology Letters der Royal Society publizierten sie ihre jüngsten Untersuchungen. Danach seien die Auswirkungen der radioaktiven Strahlung auf die Natur wesentlich schlimmer, als bisher angenommen. Vögel meiden stärker belastete Zonen Die untersuchten Vogelpopulationen meiden stärker verstrahlte Gebiete. Je höher die radioaktive Belastung ist, desto kleiner werden die Bruterfolge. In den am stärksten belasteten Zonen verringerte sich die Anzahl der Tiere um rund zwei Drittel gegenüber den weniger belasteten Zonen. In dem schwach belasteten Kanev gibt es praktisch keine Tiere, die sich nicht fortpflanzen. In den verstrahlten Bereichen sind das aber 23 % - fast ein Viertel der Tiere hat keinen Nachwuchs. Nach Ansicht der Forscher sind die Ergebnisse ihrer Studien zumindest teilweise auf andere Tiere übertragbar, weil deren Lebensumstände sich gleichartig verändert haben. |