Vom Genuss essbarer Schulgärten bis zu erneuerbaren Energien – Slow Food und SlowCity

02.10.2007 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Die 1986 im italienischen Piemont als Gegenbewegung zur sich ausbreitenden Fastfoodwelle gegründete Vereinigung für langsames und bewusstes Genießen von qualitätsvollen Lebensmitteln hat ihren Horizont stark ausgeweitet: Geographisch, aber auch in Ihren Zielen. Auf Grundlage der Agenda 21 wollen die teilnehmenden Städte aus aller Welt Regionalkultur bewahren und Nachhaltigkeit fördern.

Gibt es ein Menschenrecht auf Erdbeeren im Januar?

Schnecke
Slow Food

Edda Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), verneint diese Frage. Genießen mit Verstand wird in Zukunft immer wichtiger werden. Untrennbar damit verbunden ist die nachhaltige Produktion von hochwertigen Lebensmitteln in der Region. Ohne lange umweltbelastende Transportwege, industrielle Aufbereitung und Haltbarmachung.

Menschen müssen kennen, was sie bewahren sollen

Die Slow Food Stiftung für Biodiversität fördert Projekte und Aktionen für die Erhaltung der Artenvielfalt bei landwirtschaftlich angebauten Pflanzen und deren gastronomische Nutzung.

So wird beispielsweise im Rahmen des weltweiten Slow Food-Projekts "Edible Schoolyards" bei der Bundesgartenschau 2009 mit Unterstützung von Slow Food Deutschland ein Muster-Schulgarten eingerichtet. Schulklassen sollen hier animiert werden, selber Schulgärten anzulegen und zu betreuen.

Genfood – nein danke!

Slow Food tritt weltweit gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel ein. Nicht aus einer technikfeindlichen Haltung heraus, sondern auf Grund der Überzeugung, dass überflüssige Eingriffe in das Erbgut nicht kalkulierbare Risiken bedeuten und in Verbindung mit den weltweiten Saatgutmonopolen die Vielfalt von Nutzpflanzen bedrohen.

Cittaslow - Internationale Vereinigung der lebenswerten Städte

Während bei Slow Food die Suche nach Lebensqualität am Geschmack und der Qualität der Lebensmittel ansetzt, werden die Grundideale bei der Slowcity-Vereinigung um wesentliche Elemente erweitert.

Städte, die sich besonders um die Verwirklichung solcher Ziele bemüht haben, gründeten das internationalen Netz der Slowcities. Sie tauschen gemeinsame Erfahrungen auf der Grundlage eines konkreten und verifizierbaren Verhaltenskodexes aus.

Die Ziele sind die Wahrung und Stärkung einer Regionalkultur auf Grundlage der Agenda 21 und umfassen Aspekte wie Umwelt- und Infrastrukturpolitik, urbane Qualität, Aufwertung regionaler Erzeugnisse, Gastfreundschaft und landschaftliche Qualität.

Die Schnecke ist erwachsen geworden

Die Schnecke als Symbol der Bewegung ist mittlerweile auf der ganzen Welt zu finden: Von Detroit, USA, bis Überlingen am Rhein gibt es mittlerweile über fünfzig Städte, welche die Bewegung mit Leben erfüllen und über 80.000 Einzelmitglieder nehmen aktiv am Geschehen teil.

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