Air New Zealand will Biokerosin testen

31.12.2007 - Quelle/Text: Rat für Nachhaltige Entwicklung

Die neuseeländische Fluggesellschaft Air New Zealand plant einen Testflug mit Biotreibstoff. Die Gesellschaft will damit die Entwicklung von brauchbaren und nachhaltigen alternativen Treibstoffen für die zivile Luftfahrt beschleunigen.

Boeing 747-400
Air New Zealand möchte gemeinsam mit Boeing den Einsatz von Bio-Kerosin auf den Boeing 747-400 testen.

Wie Ende September bekannt wurde, ist der Testflug mit einer Boeing 747-400 für die zweite Jahreshälfte 2008 geplant. Von den vier Triebwerken sollen dann drei mit herkömmlichem Kerosin angetrieben werden, das vierte Triebwerk soll mit einem Mix aus Biokraftstoffen und Kerosin laufen. Passagiere werden nicht an Bord sein. Details zum Mischungsverhältnis und dem verwandten Biokraftstoff sollen noch bekannt geben werden. Air New Zealand arbeitet gemeinsam mit dem Triebwerkhersteller Rolls-Royce und dem Flugzeugbauer Boeing an dem Projekt.

Keine Änderungen an Triebwerken geplant 

„Es ist unser kurzfristiges Ziel bei dieser Pionierarbeit, nachhaltige, alternative Biotreibstoffquellen für die heutigen Flugzeuge zu finden“, erklärte Craig Saddler, Präsident von Boeing Australia. Ein wichtiger erster Schritt sei dabei die Identifizierung von Treibstoffquellen, die bessere ökonomische und umweltfreundliche Leistungen für Flugzeuge erbringen, ohne Änderungen an Triebwerken oder der Treibstoff-Infrastruktur vorzunehmen.

Boeing will für das zu testende Biokerosin eine „zweite Generation von Methoden“ anwenden, die bei der nachhaltigen Auswahl der Rohstoffquellen und der Treibstoffverarbeitung ansetzen. Der Konzern führt nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit Treibstofflieferanten auf der ganzen Welt, um mögliche Biotreibstoffe ausfindig zu machen, die in ausreichenden Mengen für Labor- und Triebwerkstests vorhanden sind und mit den Luftfahrtauflagen übereinstimmen.

Schnellere Ergebnisse als geplant 

Der Chef von Air New Zealand, Rob Fyfe, erklärte, dass Beobachter dieses Projekt noch vor einem Jahr als unrealistisch abgetan hätten. Die Technologie habe sich jedoch so rasant entwickelt, dass nun sehr viel schneller Ergebnisse vorgelegt werden könnten. Bei der weiteren Forschung und Entwicklung will Fyfe auch mit der neuseeländischen Regierung zusammenarbeiten.

Die hatte bereits Anfang des Jahres angekündigt, ihr Land möglichst rasch in die Klimaneutralität führen zu wollen. Regierungschefin Helen Clark begründete das damals auch mit dem zunehmenden Druck auf Tourismus und Handel ihres Landes. Die Distanz, die Waren aus Neuseeland zurücklegen müssten, würden ebenso wie die weiten Anreisen der Touristen auf den europäischen Märkten bereits als Argument gegen Neuseeland genutzt, so Clark im Februar.

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