Österreichs Autokäufer interessiert die Klimakatastrophe nicht

06.11.2007 - Quelle/Text: pressetext.at

Klimawandel und hohe Treibstoffpreise scheinen Österreichs Autofahrer kaum zu stören: Die jüngste Untersuchung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zeigt, dass der Anteil von Pkw mit hoher Motorleistung in Österreich stark zunimmt.

Verkehrsclub Österreich fordert Ökologisierung der Kfz-Steuern

Abgas, Verkehr, Emission, Luft, Auspuff

Dieser Trend wirkt sich auf die CO2-Bilanz von Österreichs Neuwagenflotte negativ aus: Jedes fünfte neue Auto verursacht mehr als 180 Gramm CO2 pro Kilometer. Nach Angaben der Autohersteller könnten sie technisch problemlos den CO2-Ausstoß der Pkws halbieren.

Die VCÖ-Studie 'Automobilität - Die Grenzen als Chance' zeigt das große Potenzial für die Verbesserung der Umweltbilanz der Autos. "Nötig ist dafür auch eine Ökologisierung der Kfz-Steuern und Verbesserungen bei der geplanten NoVA-Reform", so VCÖ-Experte Martin Blum.

Die NoVA soll zu umweltbewussterem Fahrzeugkauf motivieren

Die österreichische Normververbrauchsabgabe (NOVA) ist eine einmalige, vom Verbrauch (Pkw, Kombi) oder vom Hubraum (Krafträder) abhängige Abgabe, welche als Prozentsatz vom Nettopreis berechnet wird. Die NOVA wird fällig wenn ein Fahrzeug erstmalig zum Verkehr zugelassen wird.

50 Prozent der österreichischen Haushalte besitzen einen Pkw, weitere 20 Prozent der Haushalte haben zwei Pkws, in sechs Prozent gibt es drei Pkws oder mehr. 24 Prozent der Haushalte leben ohne Auto.

Der VCÖ möchte, dass auch in Zukunft das Auto als Verkehrsmittel sinnvoll benützt werden kann. "Automobilität hat dann eine Zukunft, wenn sie heute als wertvolles Gut behandelt wird und die Gesellschaft damit sorgsam umgeht", so Blum.

Mehr Hubraum wird bevorzugt

Seit 1990 ist Österreichs Autoflotte um 41 Prozent gewachsen, die Zahl der Pkws mit einem Hubraum von weniger als 1.750 Kubikzentimeter (ccm) ging um 15 Prozent zurück. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Pkws mit mehr als 1.750 ccm fast verdreifacht.

"Die großen Motoren haben deutliche Auswirkungen auf den Spritverbrauch und die Emissionen", betont Blum: Nur fünf Prozent der gekauften Neuwagen verursachen weniger als 120 Gramm CO2 pro Kilometer, 21 Prozent hingegen mehr als 180 Gramm CO2. Durchschnittlich verursachen Österreichs Neuwagen 163 Gramm CO2 pro Kilometer.

In Österreich und Spanien ist der CO2-Ausstoß bei Neuwagen gestiegen

Österreich und Spanien sind die einzigen europäischen Länder, in denen der CO2-Ausstoß bei den Neuwagen gestiegen ist. In allen anderen Ländern ist er gefallen. "Zwar liegt der CO2-Ausstoß deutscher Neuwagen bei 171 Gramm und in Schweden - dem Schlusslicht - sogar bei 187 Gramm, dennoch ist ein Trend zur Umweltfreundlichkeit europaweit bemerkbar", so Blum.

Portugals Neuwagenflotte ist mit einem CO2-Ausstoß von 144 Gramm pro Kilometer europaweit die umweltfreundlichste.

Emissionen sollten alleiniger Maßstab für die NOVA-Besteuerung sein

"Die NoVA-Reform geht daher grundsätzlich in die richtige Richtung, der Entwurf weist aber noch Schwächen auf", stellt Blum fest. Die bestehende NoVA, die beim Neuwagenkauf fällig wird, wird lediglich um ein CO2-Bonus-Malus-System erweitert, aber nicht gänzlich auf die Emissionen umgestellt.

"Der VCÖ fordert, dass zumindest die bestehende Deckelung der NoVA abgeschafft und die Grenzwerte für den Bonus und Malus verringert werden."

Es dürfe nicht sein, dass Pkws mit alternativen Antrieben wie Hybrid eine automatische Steuergutschrift erhalten. "Dadurch würde ein SUV mit Hybridmotor einen Bonus erhalten, obwohl dieses Auto auch mit Hybridmotor mehr Emissionen verursacht als herkömmliche Pkws", so Blum, der sich mit dem VCÖ auf dem Standpunkt stellt, dass die Emissionen der alleinige Maßstab sein sollten.

Das deutsche Umweltbundesamt hat für einen Mittelklassewagen mit technischen Mitteln eine Verringerung der CO2-Emissionen von 193 Gramm auf 87 Gramm erreicht. „Der VCÖ setzt sich daher für einen Abgas-Grenzwert auf EU-Ebene von maximal 120 Gramm bis zum Jahr 2012 ein".

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Kyotoplus, 26.11.2007 19:21:49
Von Tankwarten, Sonnenkindern und Wellenreitern

Warum Benzin zapfen, wenn jeden Tag soviel Sonnenenergie auf dem Planten Erde ankommt, dass der Energiehunger der gesamten Menschheit x-tausendfach gedeckt werden kann?

Warum ewig über angeblich saubere Verbrennung von fossilen Rohstoffen nachdenken, die in Zeiträumen entstanden sind, die wir uns gar nicht vorstellen können?

Warum an jeder Ampel den Motor ausmachen, den Hintermann mit vergleichmäßigter Geschwindigkeit nerven und mit 2000 U/min dahingurken - mit Pommesgeruch (Biodiesel) im bläulichen Abgas.

Wir wissen doch, dass die gesamte Technologie für eine Energieversorgung im bereits angebrochenen Solarzeitalter so gut wie vorhanden ist und sich in den nächsten Jahrzehnten die Energieversorgung gravierend ändern wird. (Sonne: Strahlung, Wellen, Gezeiten, Wind)

Jetzt tun wir so, als müssten wir nicht mit den Ländern verhandeln, in denen die Sonne besonders heiß und lange scheint. Wir bauen statt dessen dezentrale Biogasanlagen, unabhängige Pelletöfen, autonome Hackschnitzelheizwerke und produzieren politisch hoch explosiven Biosprit.

Haben wir noch nicht verstanden, was da auf uns zukommt?

Große Solarkraftwerke in den Trockengürteln dieser Welt, die mit effizienten Wärmespeichern Tag und Nacht Strom erzeugen und Passivhäuser und Elektrofahrzeuge über Gleichstromhochspannungsleitungen versorgen können.
Wellen und Gezeitenkraftwerke.

Aber dann wären wir ja abhängig von so manchen Gegenden, in denen (zumindestens heute noch) die Ärmsten der Welt wohnen und auch noch die langen Stromleitungen durch die vielen Länder. Da müssten ja sämtliche Politiker Europas und die mächtigsten Energiekonzerne sich ordentlich anstrengen, um die klimafreundliche, internationale Energieversorgung Europas mit Solarstrom aus den Wüstenregionen endlich in die Wege zu leiten.

Besser wir tanken weiter Brennstoff statt Strom, oder?

Oder machen wir uns jetzt endlich auf die Socken, bringen superleichte Autos auf die Straße, die mit Solarstrom fahren und lassen noch etwas Öl übrig für die nachfolgenden Generationen?
schmako, 12.01.2008 19:19:58
Hurra! Endlich einer der sagt wo es lang geht..
Nur wird das niemand umsetzen wollen, ausser er könnte Garantieren das die Wirtschaft davon profitiert.
Natürlich tun unsere Scheinheiligen Politiker alles dafür um die Schadstoffe zu reduzieren ...und die Gewinne der Industrie zu erhöhen...
Schon mal informiert was ein einzelnes Fahrzeug an Schadstoffen produziert bei der Herstellung?
Hörst Du nirgends in der Presse...meiner Meinung nach sollte jeder Fahrzeughalter weniger KFZ-Steuer zahlen je länger er sein Fahrzeug fährt...
Neufahrzeuge Strafsteuer!!
Uups, wird nicht lange dauern dann holen sie mich ab für solche Aussagen...
wie immer...Nachdenken, informieren...Meinung bilden...andere informieren...

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