Virtuelles Institut für Solarturmkraftwerke gegründet

30.01.2008 - Quelle/Text: Sonstiges/Eigenes Material

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen, die Fachhochschule (FH) Aachen und die Katholieke Universiteit Leuven (Belgien) arbeiten bei der Weiterentwicklung von Solarturmkraftwerken zusammen. Im soeben gegründeten virtuellen Institut für Solarturmkraftwerke (virtual Institute of Central Receiver Power Plants – vICERP) sollen neue Berechnungsmethoden für Solarturmkraftwerke entwickelt und angewendet werden.

Solarthermische Kraftwerke für die sonnenreichen Regionen der Erde

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Solarturmkraftwerk

Solarturmkraftwerke sind Kraftwerke, welche die Wärme der Sonne über Absorber als primäre Energiequelle verwenden.

Mehr als tausend an zwei Achsen bewegliche Spiegel (Heliostate) werden so gesteuert, dass sie das auftreffende Sonnenlicht zur Spitze eines Turmes reflektieren.

Dort sitzt ein Receiver, in welchem die Sonnenstrahlen von einem Trägermedium absorbiert werden. Die Flüssigkeit wird dabei auf bis zu 1000° C erhitzt und zum Verdampfen gebracht. Dieser Dampf treibt die im Turm gelegenen Turbinen an und erzeugt so Strom.

Solarthermische Stromerzeugung in Südeuropa, Nordafrika oder in den Staaten des Mittleren Ostens könnte dazu beitragen, Emissionen von Treibhausgasen nachhaltig zu reduzieren.

Marktaufbereitung und Umweltschutz

Die bei vICERP zu entwickelnden Berechnungsmethoden sollen bestehende Unsicherheiten bei Auslegung, Regelung und Betrieb von Solarturmkraftwerken reduzieren und so die Markteinführung dieser neuartigen Technologie beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

Zusätzlich könnten die gewonnenen Erkenntnisse den Entwicklern, Errichtern und Betreibern solarthermischer Anlagen helfen, erfolgreich am Markt zu bestehen.

Im derzeit im Bau befindlichen Solarturmkraftwerk Jülich werden die Methoden und Modelle überprüft und getestet. Das Herzstück der Anlage, der Strahlungsempfänger (Receiver), wurde im DLR entwickelt und patentiert.

"Wir verbinden eine echte Kraftwerksumgebung für praktische Test- und Entwicklungsarbeiten quasi vor der Haustür mit dem rechnerisch gewonnenen Innovationspotenzial des heute startenden virtuellen Institutes. Damit bieten wir den Unternehmen, die in diesem schnell wachsenden Markt ihre Anteile sichern wollen, eines der besten Kompetenz- und Entwicklungszentren weltweit", sagte der Vorstandvorsitzende des DLR, Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner.

Kritik am Konzept

Der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) glaubt zwar auch an eine große Zukunft solcher Solarkraftwerke in Südeuropa, bemängelte aber, „... diese in Deutschland unter hiesigen Klima- und Umgebungsbedingungen zu bauen und zu erproben, unter denen sie später ohnehin nicht betrieben werden sollen, wäre ein Schildbürgerstreich ...“.

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