Prima Klima auf Uni-Solar-Dächern

01.04.2008 - Quelle/Text: Rat für Nachhaltige Entwicklung

Das überparteiliche UniSolar-Netzwerk will an deutschen Hochschulen Solarprojekte verwirklichen. An mehreren Standorten haben Studierende den Klimaschutz schon selbst in die Hand genommen: Solargruppen des Netzwerks haben in Leipzig, Kassel und Karlsruhe bereits Solaranlagen aufs Uni-Dach gebracht. In Berlin startet eine Solargruppe in den nächsten Tagen ihre Kampagne und in vielen weiteren Städten laufen erste Vorbereitungen.

Energiewende - aus Sonne Kohle machen

Solaranlage
Solaranlage

Die Initiative will an Hochschulen die Nutzung von Solarenergie fördern und hat dazu ein Beteiligungsmodell geschaffen, das auf Kleindarlehen von Studierenden, Alumni und Uni-Mitarbeitern setzt.

Diese zweckgebundenen Darlehen werden an Projektpartner weitergereicht, die idealerweise aus dem Hochschulumfeld stammen und Installation, Betrieb und Wartung der Anlagen übernehmen. Das Netzwerk will damit den Klimaschutz an Hochschulen institutionalisieren und zeigen, dass sich Ökonomie und Ökologie vereinbaren lassen. Außerdem werden die Darlehen mit vier bis sechs Prozent verzinst.

In Leipzig, Kassel, Jena und Karlsruhe stehen bereits Solaranlagen auf Uni-Dächern, in weiteren Städten sind Anlagen in Vorbereitung. In Berlin wird im Herbst auf dem Dach der Mensa der Freien Universität eine derart finanzierte Photovoltaik-Anlage installiert. Studierende können sich daran mit einem Darlehen ab 250 Euro beteiligen, Ehemalige und Hochschulangehörige müssen mindestens 500 Euro aufbringen.

In Leipzig hat dieses Modell schon erste Früchte getragen. Im vergangenen Frühjahr ging eine 200 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem Dach des geisteswissenschaftlichen Zentrums der Universität in Betrieb. Die 170.000 Euro teure Anlage wird in den kommenden zwanzig Jahren 600.000 Kilowattstunden Strom erzeugen und vom Studentenwerk betrieben. Da sich das Studentenwerk selbst an der Anlage beteiligen wollte, ließ es nur Darlehen in Höhe von 75.000 Euro zu.

Die Gesamtsumme wäre aber auch durch studentische Kredite zusammengekommen: „Darlehensanträge in entsprechender Höhe wurden von etwa 150 Interessenten, darunter knapp 100 Studenten, ausgefüllt und eingereicht“, so Ferdinand Dürr, Vorsitzender des Vereins UniSolar-Leipzig e.V. Zeichner, die im ersten Projekt keine Berücksichtigung fanden, können sich bereits für Nachfolgeprojekte vormerken lassen.

Laut Dürr werden von der Darlehenssumme jährlich zehn Prozent zurückgezahlt, für das Restguthaben garantiert das Netzwerk eine vierprozentige Verzinsung.

Um das Beteiligungsmodell weiter zu entwickeln und zu verbreitern, suchen die Initiativen noch Unterstützung von Umweltgruppen, AStA-Ökoreferaten und Interessierten. Eine Kontaktaufnahme ist über die Website des UniSolar-Netzwerkes möglich.

Gemeinsam Umwelt und Klima schützen

Zukünftig soll das "UniSolar-Netzwerk" die Solarprojekte an Hochschulen vernetzen, sie stärken und motivieren. Neben der Rolle als Plattform für den Erfahrungsaustausch will es in Planung befindlichen Projekten mit Informationsmaterialien und Gründungshilfen zur Seite stehen. Zudem haben wir uns das Ziel gesetzt, neue Solargruppen an Hochschulen zu initieren und die Idee auch in Lehre und Forschung zu tragen. Für die "Woche der Sonne" von 16. bis 25. Mai sind phantasievolle Aktionen an den Hochschulen geplant, um weiter für die Idee zu werben.

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