Asiens Solarfirmen stehlen Deutschen die Show

04.07.2009 - Quelle/Text: pressetext.at

Die aufstrebenden asiatischen Solarunternehmen haben den deutschen Markt entdeckt und erobern diesen mehr und mehr für sich. Deutsche Anbieter haben hingegen selbst auf ihrem Heimmarkt immer häufiger das Nachsehen und lassen von Jahr zu Jahr Marktanteile liegen.

Nach Angaben des europäischen Photovoltaikverbands EPIA steht die Bundesrepublik angesichts einer explodierenden Nachfrage nach Solaranlagen vor einem enormen Branchenboom. Allerdings ist es etwa dem Spiegel zufolge der Vormarsch von Herstellern aus China, Taiwan und Japan, der den Sektor hierzulande in den kommenden fünf Jahren anschieben soll. Die deutschen Unternehmen hätten hingegen kaum etwas von den erwarteten Absatzsteigerungen.

Kampf den Kosten

"Die deutschen Anbieter versuchen, sich dem Preiskampf mit asiatischen Herstellern auf dem Absatzmarkt Deutschland durch Auslagerungen von Teilen ihrer Produktion etwa nach Asien zu stellen", meint Bernd Schüßler, Sprecher des Solarstrom-Magazins Photon. So seien viele Unternehmen dazu übergegangen, selbst Komponenten ihrer Solaranlagen in Niedriglohnländern wie China zu ordern, um Produktionskosten zu sparen und Module hierzulande günstiger anbieten zu können.

Ob sie sich in dem Preiskampf mit Akteuren wie Yingli Green Energy, Trina Solar oder Suntech Power behaupten können, sei schließlich eine Frage der Marktpositionierung als qualitativ hochwertiger Player gegenüber Billiganbietern.

Asiatische Ware in hoher Qualität

"Wie im Markt zu beobachten, gelangt immer mehr Ware aus Asien nach Deutschland. Deren Qualität ist mittlerweile mit der europäischen oder amerikanischen vergleichbar. Schließlich stammt ein Großteil der Produktionstechnik aus westlichen Ländern", erklärt Schüßler.

Die Umsätze deutscher Unternehmen würden daher in die entsprechende Abwärtsrichtung zeigen. Bei ähnlich hoher Qualität sei es den asiatischen Herstellern etwa möglich, Solarmodule um knapp die Hälfte günstiger herzustellen als deutsche Produzenten.

 

Preisverfall treibt Nachfrage

Durch den Modulpreisverfall wird die Nachfrage der Verbraucher nach Solaranlagen angekurbelt. EPIA zufolge dürfte die Bundesrepublik die Solarleistung bis 2013 bei einer "moderaten" Entwicklung auf über 17.000 Megawatt ausbauen. Im Falle eines Extremszenarios sei sogar von mehr als 21.000 Megawatt auszugehen. In den kommenden fünf Jahren würde sich die bisher installierte Leistung verdreifachen, was neben den niedrigen Anlagenkosten im Wesentlichen auf die staatlich garantierten Renditen zurückzuführen sei.

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